Samstag, 10. Dezember 2011

“Gerechtigkeit findet in der Stille statt”

Von Jornal Algarve123

 

 

Gonçalo Amaral

“Gerechtigkeit findet in der Stille statt”

Sein Leben ist zerstört, seit er die strafrechtliche Untersuchung in einem Fall geführt hat, der eines der großen Mysterien des Jahrtausends bleibt und durch den es zu einem Rechtsstreit mit Kate und Gerry McCann kam. Gonçalo Amaral verlor seine Familie, seine Karriere und sein Eigentum. Er verlor auch das Honorar des umstrittenen Buches «Maddie, die Wahrheit über die Lüge», in dem er die Gründe offenbart, warum er glaubt, dass die kleine Madeleine McCann im Alter von 3 Jahren in der Wohnung 5A in Praia da Luz im Mai 2007 starb. Viereinhalb Jahre später steht Gonçalo Amaral vor einem weiteren Hindernis. Er wird von den McCanns wegen Verleumdung angeklagt – Prozess ist im Februar 2012 in Lissabon –, und es wurde eine Schadensersatzklage im Wert von 1,2 Millionen Euro angesetzt. Glaubt der ehemalige Kommissar der Kriminalpolizei, er könne gewinnen? „Natürlich“, antwortet er uns. Denn dieser Mann meint, „Gerechtigkeit findet in der Stille statt“. Amaral glaubt immer noch, dass der Fall des berühmtesten verschwundenen Mädchens der Welt geschlossen werden kann. Und er erzählt uns, was getan werden muss, um ihn zu lösen.

Auch wenn er sich in einer Menschenmenge befände, wäre er nicht zu übersehen. Gonçalo Amaral, 52, ist ungewöhnlich groß gewachsen und hat ein Faible für Hüte. Wir treffen ihn auf der Terrasse des Casa Inglesa in Portimão. Er trägt einen langen Mantel, einen klassischen schwarzen Hut und einen leuchtend roten Schal. Tatsächlich wirkt er eher wie ein Intellektueller als wie ein Polizist. Heute verbringt er seine Zeit hauptsächlich mit dem Schreiben, eine Tätigkeit, die er zu lieben gelernt hat, so wie seine Polizeiarbeit, der er viel Zeit gewidmet hat.
Unsere erste Frage – wie ist sein Leben? „Schlecht.“ So endet jegliche triviale Konversation gleich hier.
Was Gonçalo Amaral immer beteuert, ist, dass der Eifer der McCanns für Rechtsstreitigkeiten „ihnen ihre Tochter nicht zurückbringt“.
Nach seiner Ansicht passen die verschiedenen Klagen gegen ihn und andere portugiesische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich gegen die Version der McCanns ausgesprochen haben, nicht gut zu dem katholischen Glauben, für den Madeleines Mutter Kate so leidenschaftlich eintritt.
„Ist es katholisch, Groll und Rachegefühlen nachzugehen? Oder zu versuchen, eine Familie zu zerstören, so wie die meine zerstört wurde?“, fragt er.
„Dieser Prozess wird einen sehr hohen Preis haben – aber ich habe Vertrauen, dass das Rätsel gelöst wird.“
„Auch wenn ich in dem Prozess “verschwinde“ – so wie Kate McCann es sich in ihrem Buch wünscht –, habe ich noch meine älteste Tochter mit einem Master in Strafrecht und eine Menge Freunde, die sicherstellen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird“.
All dies klingt dramatisch – aber nichts an Gonçalo Amaral ist theatralisch. Er ist ein Mann, der Werte wie die Wahrheit, Tatsachen und eine ernsthafte Untersuchung verteidigt.
„Der Fall müsste neu aufgerollt werden, und ich glaube, das wird er auch“, sagt er. „Das wird geschehen, wenn der aktuelle Generalstaatsanwalt der Republik oder der aktuelle Polizeichef abtritt. Es ist nichts, was ich erzwingen möchte, selbst wenn ich es könnte, aber es ist genau das, was ich denke, was sicherlich passieren wird.“
„Und wenn das geschieht, ist die erste und wichtigste Aufgabe, die erste Nacht nachzuvollziehen – die Nacht, in der Madeleine verschwunden ist. Denn das ist wirklich passiert: sie ist buchstäblich verschwunden! Die Rekonstruktion wird alle Beteiligten, die McCanns und ihre Freunde, einbeziehen. Wissen Sie, es gibt so viele Ungereimtheiten in den Aussagen der Menschen, dass eine Rekonstruktion sehr schnell zeigen wird, wo nicht die Wahrheit gesprochen wurde“.
Ein Beispiel für die Macht von Rekonstruktionen kommt aus Spanien, wo vor ein paar Wochen ein Vater behauptet hat, dass seine beiden Kinder aus einem Park entführt wurden. Eine Rekonstitution der Polizei erwies schnell, dass der Mann seine Kinder nie in den Park mitgenommen hatte. Zeugen, die ihn mit dem Auto anfahren sahen, hatten keine Kinder auf dem Rücksitz bemerkt und waren überrascht, wie deutlich sie aber sichtbar wären, nachdem die Polizei Puppen für eine Simulation des Sachverhalts verwendet hat. Der Vater wurde verhaftet, obwohl der Verbleib der Kinder weiterhin unbekannt ist.
Gonçalo Amaral erklärt, dass die Polizei keine Rekonstruktion in Praia da Luz organisiert hat, als Madeleine verschwand, „weil zu viele Journalisten vor Ort waren“ – und nachdem die Geschichte etwas abgeflaut war“, haben die McCanns abgelehnt. Sie sagten, dass eine Rekonstruktion mit Schauspielern durchgeführt werden sollte. Es ist jedoch klar, dass der Zweck einer Rekunstruktion die Verwendung der beteiligten Personen ist, um zu sehen, wo ihre Geschichten nicht passen“.
Also, die erste Nacht aufzurollen, ist eine Frage der Logik. Die ersten 48 Stunden nach jedem Verschwinden sind von entscheidender Bedeutung. Sie können buchstäblich den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Im Fall von Madeleine ist Gonçalo Amaral von letzterem überzeugt. Seine Theorie, die er in dem Buch «Maddie, die Wahrheit über die Lüge» veröffentlicht hat, brachte ihm eine Strafverfolgung durch die McCanns wegen Verleumdung ein, und das Buch wurde mit einer einstweiligen Verfügung im Jahr 2009 vom Markt genommen und nach gerichtlicher Überprüfung ein Jahr später wieder freigegeben.
“Freigegeben”, weil in der Tat die Bücher nie an den Verlag «Guerra & Paz» zurückgegeben wurden, weder der Herausgeber noch der Autor haben eine der Kopien für den Verkauf erhalten.
„Das ist mehr eine Strategie des zivilen Mords“, sagt Gonçalo Amaral freimütig. „Sie ließen mir keine Chance, meine Rechnungen zu bezahlen und beschlagnahmten mein Hab und Gut.
Ich musste mich von meiner Familie fernhalten, um sie zu schützen. Meine Ehe, tja, die läuft nicht so gut. Gar nicht gut. Mein Leben ist geprägt von Trennungen...“
Wir fragen ihn, wo er die Kraft findet, weiterzumachen.
„Nun, ich habe die McCanns in eine metaphorische Kiste gepackt und denke nicht zu viel an den Gerichtstermin im Februar. Ich glaube, ich werde gewinnen, und dann werden sie wiederum Einspruch einlegen – es wird nicht im Februar enden. Aber ich habe ein Ziel. Ich möchte eine anderen Beratungsdienst einrichten. Ich hatte einen, als ich die Polizei verlassen habe, der wurde aber zerstört, als es die McCanns wegen des Buches auf mich abgesehen hatten. Nun, das ist eine Sache, die andere ist Schreiben. Kürzlich habe ich ein neues Buch unter dem Titel «Vidas sem defesa» veröffentlicht, in dem über die Fälle von vermissten Kindern in Portugal berichtet wird. Und ich habe ein weiteres fast fertig, aber ich werde noch nicht sagen, was es ist. Danach möchte ich mich mit den “Mysterien“ der Polizeiarbeit befassen und Kurzgeschichten schreiben – keine Fiktion, sondern Geschichten, die auf Fakten beruhen, um zu zeigen, was ich glaube, was tatsächlich passiert ist. Ich denke, es ist gibt zu wenige solcher Bücher“.
Ob er nicht wütend ob der Qualen und Frustrationen ist, die er durchgemacht hat, nur weil er seiner Arbeit nachgegangen ist?
„Ich habe meine Wut unter Kontrolle. Ich habe keine Rachegefühle. Aber wie ich schon sagte, werden sie für das, was sie mir und meiner Familie durch die Gerichte angetan haben, zahlen. Auch nach allem, was mir und meiner Familie passiert ist, glaube ich immer noch an die portugiesische Justiz.“
Wir fragen Gonçalo Amaral auch, ob er eine Ahnung hat, was den Fall von Madeleine in die Stratosphäre der Aufmerksamkeit der Medien katapultiert hat? Warum haben die McCanns von Anfang an so viel Hilfe von den britischen Behörden erhalten? Und warum wurde die so genannte “Tapas 7” (die Gruppe von Freunden, mit der das Paar in der Nacht des 3. Mai 2007 in der gleichnamigen Bar war) noch nie auf Kindesvernachlässigung untersucht, wenn man bedenkt, dass sie alle ihre Kinder in dem unglückseligen Urlaub nachts allein gelassen haben?
„Oh, so jetzt bewegen wir uns in der Politik! Dies sind Fragen, die der britischen Öffentlichkeit gestellt werden sollten. Ich muss keine Theorien zu diesen Fragen haben. Mein Job war es, Madeleine zu finden. “
Ein Job, der ihm vor fast fünf Jahren übergeben wurde – und einer, den er nie vergessen wird.

Quelle

Mittwoch, 16. November 2011

Das Dreieck

Deutsch/English

Am 13. Juli 2007 traf sich Gerry McCann mit Jim Gamble bei CEOP, nachdem er am Tag zuvor stehende Ovationen bei einer Versammlung von Polizeioffizieren in einer PR Aktion der SUN, entgegen genommen hatte.

Am 20. July traf Mark Harrison, der für landesweite Suchen zuständige Experte der NPIA, der die Suche mit Hilfe der beiden Suchhunde Eddie und Keela und ihrem Führer Martin Grimes koordinierte, in Portugal ein um der PJ bei dieser geplanten Suche zu helfen. Es ist anzunehmen, dass er vor Antritt der Reise einige Vorbereitungen zu treffen hatte und sich mit verschiedenen Personen absprechen musste um die anstehende Suche einzugrenzen und zu koordinieren.

Am 19. Juli, einen Tag bevor Mark Harrison in Portugal eintraf, begann das Phänomen, das diesem Blogeintrag den Titel gibt. Gemäß der Telefonpingliste begannen die McCanns an diesem Tag eine Reihe von Ausflügen in das Dreieck zwischen den Orten Budens, Raposeira/Vila do Bispo und Sagres. Sie endeten am 2. August, dem Tag an dem ihre Villa von den Hunden durchsucht wurden und einen Tag vor ihrer Fahrt nach Huelva. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Gerry McCann direkt vom Flughafen aus nach seinem Besuch in Washington in diese Region fährt und nur kurz in Praia da Luz Kate absetzt. Abgesehen von einem Familienausflug im Juni waren sie nie in der Region und besuchten sie auch nicht mehr nach dieser Serie am 19./26./27./28. Juli und 1. und 2. August.

Interessant ist, dass weder Gerrys Blog noch Kates Tagebuch/Buch noch Medienberichte diese Besuche erwähnen, die alle am späten Nachmittag/frühen Abend stattfanden, ausser am 1. August, als sie gegen 22:00 Uhr in Praia da Luz wieder eintrafen. Man kann mit Sicherheit annehmen, dass sie nicht von Reportern auf diesen Trips verfolgt wurden, was die Argumentation nutzlos macht, dass sie permanent beobachtet worden wären und keine Chance gehabt hätten, eine Leiche unbeobachtet wegzuschaffen.

Die Frage stellt sich, ob diese Ausflüge eine direkte Konsequenz aus dem Besuch bei CEOP und einer möglichen Unterrichtung über die anstehende Suche mit dem Leichenspürhund waren.

Das hatte Sandy Cameron zu sagen:

Bei einer Gelegenheit, ich glaube es war im Juli 2007, nahm ich Patricia mit zum Supermarkt. Wir transportierten die Tüten im Kofferraum des Renault Scenic; wir hatten verschiedene Dinge gekauft, u.a. frischen Fisch, Shrimps und Rindfleisch. Als wir die Einkaufstüten auspackten, bemerkten wir dass Blut aus dem Boden der Plastiktüte ausgelaufen war. Nach diesem Einkauf und immer noch im Monat Juli 2007 begann ich einen merkwürdigen Geruch im Wagen zu bemerken. Ich maß dem wenig Bedeutung zu und nahm an, dass es wahrscheinlich durch das Auslaufen der Abfalltüten oder vom Blut, das aus den Einkaufstüten ausgelaufen war, verursacht wurde. Daraufhin entfernten wir den Teppich im Kofferraum und reinigten ihn mit einem feuchten Tuch und ließen ihn draußen zum Lüften.

Also hatte sich der Geruch scheinbar Ende Juli entwickelt, kurz bevor die Hunde ankamen?
Unglücklicherweise ist das Gebiet des Dreiecks zu groß um ausgiebig durchsucht zu werden. Ein Vergraben irgendwo in der Gegend könnte auf Jahre hin unentdeckt bleiben, aber die Erde in Portugal in der Sommerhitze macht ein Graben extrem schwierig wenn nicht unmöglich. Was gibt es noch in dieser Gegend? Wir haben dort eine lange Küstenlinie mit unzähligen kleinen Buchten und Höhlen. Es gibt einen beeindruckenden Monolith direkt im Zentrum des Dreiecks. Es gibt einen Friedhof ausserhalb von Vila do Bispo und auch einige einsame Kapellen...




---------------------------------------------------------------------------------------------

The Triangle

On the 13th July 2007 Gerry McCann was visiting CEOP headquarters, meeting with Jim Gamble after having received a standing ovation from police officers a day earlier in a PR stunt organised by the SUN.

On the 20th July Mark Harrison, the national search advisor of the NPIA, who organised the search by the world renowned sniffer dogs Eddie and Keela with their handler Martin Grimes, was already on his way to Portugal to assist the PJ with this planned search. Before going to Portugal he would have done some preparations and have held meetings to outline the upcoming search.

On the 19th July, one day before Mark Harrison reached Portugal, the phenomenon that titles this blogpost started. According to the phone ping lists the McCanns start to visit a triangle between Budens, Raposeira and Sagres. This activity stopped on the 2nd August at the day of the dog searches in their villa and one day prior to their visit to Huelva. These visits gain even more importance from the fact, that Gerry drives to this area on the day he returns from Washington on the 26th July on his way straight from the airport only stopping to drop Kate off in Praia da Luz. Apart from one family outing in June they had never before visited that area and did not visit it after this cluster on 19th, 26th, 27th, 28th July, 1st, 2nd August.

It is interesting that neither Gerry's blog nor Kate's diary/book nor media reports cover these visits that all happened in the late afternoon/early evening except for the 1st August when they returned to Praia da Luz after 22:00. We can safely say that they were not followed by any reporters on these trips which renders their argument useless that they were constantly watched and never had a chance to dispose of a body unnoticed.

The question arises if these visits are a direct consequence of the visit to CEOP and the possible information of the upcoming search with the enhanced human victim recovery dog.

This is what Sandy Cameron has to say:

On one occasion, I believe it was on July of 2007, I took Patricia to the supermarket. We carried bags in the boot (trunk) of the Renault Scenic; bought various items including fresh fish, shrimp and beef. When we unloaded the shopping bags, we noticed that blood has run out of the bottom of the plastic bag. After this shopping trip and still in the month of July 2007, I began to notice a strange odour in the car. I did not give it much importance and assumed it was likely due to the leakage from the rubbish bags or from the blood which had escaped from the shopping bags. As a result, we removed the carpet from the boot (trunk) in order to clean it. I tossed (beat) the boot carpet to remove any particles and cleaned it with a wet cloth and left it to air out.

So the smell developed apparently at the end of July shortly before the dogs arrived? Unfortunately the area of the Triangle is too large to be searched thoroughly. A burial somewhere in that area could remain undetected for years but the ground in Portugal in the summer heat will make digging very tiresome if not impossible. So what else is there in that region? We have a long stretch of coastline with innumerous little bays and caves. There is an impressive monolith right in the center of the triangle. There is a cemetery outside Vila do Bispo and some lonely chapels as well.


Samstag, 15. Oktober 2011

Mehr Clarence als man verträgt...

Deutsch/English


Thanks to Reggie Dunlop who found the missing two pages from this site.


Markiert sind die lustigsten Stellen...

Herr Mitchell, im November 2007 druckte das deutsche Satiremagazin Titanic eine fingierte Anzeige unter der Überschrift: »Find Maddie - in Ihrem Supermarkt ist eine Maddie versteckt«. Das mitlerweile weltbekannte Gesicht der vermissten Madeleine McCann war dort auf Zwieback- und Schokoladenpackungen und einem Haushaltsreiniger zu sehen, »der alle Spuren verwischt«. Sie bezeichneten den Beitrag im Namen der Familie McCann als »krank« und »respektlos«. Was war daran Ihrer Ansicht nach so skandalös
Clarence Mitchell: Hier wurde eindeutig die Grenze dessen überschritten, was bei journalistischen oder satirischen Beiträgen akzeptabel ist. Diese fingierte Anzeige war nicht witzig, sie hat Kate und Gerry McCanns Gefühle verletzt. Deshalb haben wir von den Verantwortlichen auch eine Entschuldigung verlangt und weitere rechtliche Schritte angedroht.

Die Titanic-Redaktion zeigte sich über die Drohung erfreut: Auf diese Weise bleibe das Blatt im Gespräch und erhalte kostenlose Werbung.
Zur Klage kam es dann auch nicht. Wichtig war, dass wir unseren Standpunkt sehr deutlich gemacht haben. Wenn ein Kind verschwunden ist, sind die Eltern verzweifelt - das Letzte, was sie in dieser Situation brauchen, sind irgendwelche Journalisten, die meinen, sie seien komisch. Die britischen Medien haben sich übrigens ebenfalls klar von dem Titanic-Beitrag distanziert, mit dem Tenor, dass hier wohl ein deutscher Humorversuch gehörig schiefgegangen sei.

Dass die britische Presse nicht amüsiert war, wundert nicht - auf sie zielte die Satire doch. Zeitungen und Zeitschriften haben an der Berichterstattung über das verschwundene Kind glänzend verdient. Bis zu 70.000 zusätzliche Ausgaben wurden pro Titel abgesetzt, wenn es Neuigkeiten zum Fall gab. Maddie wurde von den Medien zu dem gemaeht, was die Titanic mit der Anzeige drastisch demonstrierte: zu einem Mittel der Verkaufsförderung.
Ich verstehe durchaus, warum die Titanic-Leute die Geschichte gebracht haben: Sie wollten aufzeigen, dass wir Madeleines Gesicht im Stil eines Markenlabels vermarktet haben. Doch in der heutigen Zeit muss man so vorgehen, wenn man im Fokus der Medien bleiben will. Trotzdem mag ich es nicht, über ein kleines Mädchen wie Madeleine als >Marke< zu sprechen.

So wird dieses kleine Mädchen aber doch von Ihnen präsentiert. Über die sogenannte Find-Madeleine-Webseite wird sogar ein Versandhandel mit T-Shirts und Armbändchen betrieben.
In gewisser Weise mögen Sie Recht haben - es gibt tatsächlich Parallelen zum Marketing. Kate und Gerry beschlossen sehr früh, das Bild und den Namen ihrer verschwundenen Tochter zu verbreiten. Und in der modernen Mediengesellschaft konkurrieren verschiedene Geschichten nun einmal um Aufmerksamkeit. Deshalb muss man professionell an die Sache herangehen. Die Leute mögen sagen, das sei zynisch - ich betrachte es geradezu als Notwendigkeit.

Madeleines Vater Gerry betonte nach dem Verschwinden des Kindes, dass eine »Marketingkampagne« nötig sei, um sie zu finden. Seine größte Sorge sei, dass die Medien nach wenigen Tagen das Interesse an der Geschichte verlören. Das klingt, mit Verlaub, ziemlich abgebrüht.
Es ist Gerrys Natur, die Dinge nüchtern und fokussiert zu betrachten. Und auch ich war gezwungen, so zu denken. Uns blieb keine andere Wahl, als die Suche auf rationale und nahezu kommerzielle Weise zu organisieren.

Schon in der Nacht von Madeleines Verschwinden gingen den britischen Medien zahlreiche Fotos des Mädchens zu.
Das stimmt, allerdings nicht von den Eltern - Kate und Gerry waren viel zu beschäftigt damit, nach Madeleine zu suchen. Die Fotos kamen von Freunden und Verwandten in England. Das Internet hat bei ihrer weltweiten Verbreitung die entscheidende Rolle gespielt: Noch bevor Kate und Gerry die erste Nacht der Suche hinter sich hatten, war ihre Tochter zu einer Ikone geworden.

Wie kann eine Dreijährige über Nacht zu einer Ikone werden?
In dieser Medienwelt herrscht ständige Nachfrage und immenser Konkurrenzdruck: Für viele Redaktionen geht es heutzutage darum, mit einer Nachricht so schnell wie möglich auf den Markt zu kommen, um die Mitbewerber auszustechen. Das führt zu schlampiger Recherche, zu einer Minderung der journalistischen Qualität und immer öfter dazu, dass eine gesendete Meldung kurze Zeit später revidiert werden muss. Die Online-Medien haben diesen Wettbewerb noch verschärft: Plötzlich konkurrieren die BBC-Nachrichtensendungen mit der sendereigenen Internet-Seite darum, wer die Nachrichten zuerst bringt. Insgesamt entsteht so ein wahnsinniger Druck im Mediensystem, der sich nicht zuletzt auf diejenigen auswirkt, über die berichtet wird. Besonders wenn sie, wie die Familie McCann ganz plötzlich ins Fadenkreuz der Medien rücken.

Welche Auswirkungen hatte dieser Druck auf Sie, den Presse- sprecher der Familie?
Auf dem Höhepunkt des öffentlichen Interesses war die Geschichte auch für mich sehr belastend. Vor der Ferienwohnung der McCanns warteten bis zu 300 Medienleute, darunter allein 40 Fernsehteams. Ständig waren schnelle Antworten gefragt, und manchmal hätte ich mir gewünscht, dieses oder jenes anders gesagt zu haben. Es gab Tage in Portugal, an denen ich bis zu 200 Anrufe von Journalisten aus aller Welt bekommen habe, das war wirklich sehr anstrengend. Meine Frau war zeitweise nicht glücklich über meinen Job. Selbst wenn ich zuhause war, war ich nicht wirklich anwesend.Ständig hat dasTelefon geklingelt, ständig habe ich vor dem Computer gesessen.

Unter dem größten Druck standen Sie, als die McCanns Sie im September 2007 - nachdem Ihr Job als PR-Mann im Auftrag der britischen Regierung abgeschlossen war - auf eigene Rechnung als Pressesprecher zurückholten. Madeleines Eltern waren gerade selbst offiziell zu Verdächtigen erklärt worden und in den Fokus der Ermittlungen geraten. Wie war es dazu gekommen?
Ständig gelangten aus Polizeikreisen irgendwelche Gerüchte an die Öffentlichkeit - obwohl die portugiesische Gesetzgebung es der Polizei untersagt, Informationen nach außen zu tragen. Teilweise handelte es sich um unhaltbare Unterstellungen. Zum Beispiel wurden DNA-Spuren in einem Mietwagen der Eltern gefunden, und man behauptete, die Eltern hätten den Körper des toten Kindes damit weggeschafft. In Wahrheit hatten die McCanns Wochen nach Madeleines Verschwinden Kleider ihrer vermissten Tochter in diesem Wagen transportiert. DNA ist leicht übertragbar - kleinste Mengen von Schweiß oder Hautpartikeln reichen. Aus solchen Spuren zu schließen, dass ein Körper transportiert wurde, ist abwegig. Außerdem war der Wagen die ganze Zeit vor der Ferienwohnung geparkt und wurde 24 Stunden am Tag von Fernsehkameras gefilmt.

Für die Medien waren die Gerüchte aus Polizeikreisen ein gefundenes Fressen: Die Maddie-Story bekam eine neue Wendung.
So war es. In der portugiesischen Presse gab es damals eine grässliche Verleumdungskampagne gegen Kate und Gerry. Den Verantwortlichen war jedes neue Gerücht recht, um Maddie-Titelseiten zu produzieren. Jeden Tag ein neuer Skandal! Den McCanns wurde angedichtet, Sexpartys mit anderen Paaren veranstaltet zu haben; Gerry wurde bezichtigt, nicht Madeleines biologischer Vater zu sein. Solche böswillig unwahren Unterstellungen mussten unterbunden werden. Deshalb habe ich mich regelmäßig abseits offizieller Pressetermine mit Journalisten zusammengesetzt und ihnen unsere Version der Geschichte dargelegt. Dabei ging es nicht darum Madeleines Eltern in günstigem Licht erscheinen zu lassen, sondern allein um eine faire, ausgewogene Berichterstattung.

Doch gutes Zureden allein war offenbar nicht ausreichend, denn im Namen der McCanns wurde eine Verleumdungsklage gegen die große britische Zeitungsgruppe Express angestrengt, die im März 2008 vor Gericht Erfolg hatte.
Diese Klage war nötig, um unser größtes Problem zu lösen: Unterschiedliche Blätter übernahmen ungeprüft Falschmeldungen voneinander, die so den Anschein des Wahren bekamen. Wenn montags eine Schmutzkampagne in einer portugiesischen Zeitung lief, wurde die am Dienstag von britischen Blättern reproduziert. Und mittwochs hieß es dann in Portugal: Der renommierte Daily Express hat unsere Geschichte bestätigt, es muss also etwas Wahres dran sein. Es war ein Kreislauf des Unsinns, und die Blätter der Express Group haben ihn am eifrigsten angetrieben. Das hat den Verlag 550.000 Pfund Schadensersatz gekostet. Die Express-Tageszeitungen waren nach unserer Klage gezwungen, sich auf der Titelseite bei Kate und Gerry zu entschuldigen. Mit diesem Gerichtsurteil konnten wir die britische Presse deutlich in ihre Schranken weisen.

Sind Klagen das einzige Mittel, um den Boulevard unter Kontrolle zu bekommen?
Kontrollieren sollte man nur, was außer Kontrolle geraten ist. In einer Demokratie ist es jedem Menschen erlaubt, seine Meinung - innerhalb der gesetzlichen Grenzen - frei zu äußern. Deswegen halte ich nichts davon, Journalisten kontrollieren zu wollen. Viele PR-Leute sehen das anders und reagieren auf Reporterfragen immer noch mit einem barschen: »Kein Kommentar!< In der heutigen Zeit ist diese Antwort ein großer Fehler - sie hilft niemandem und ist extrem schlecht für den Ruf. Ich habe im Gegensatz dazu immer versucht, der Presse gegenüber so offen und ehrlich zu sein wie möglich. So erreicht man meiner Meinung nach weitaus mehr »Kontrolle« als mit jeder Abwehrhaltung. Rechtliche Schritte müssen daher das letzte Mittel bleiben.

Zu diesem letzten Mittel haben Sie gegriffen. War Ihnen die Kontrolle über die Geschichte entglitten?
Phasenweise war das so. Die Medien waren verrückt nach der Story, und so hat sie eine unglaubliche Eigendynamik entwickelt.

Sie wurden also die Geister, die Sie riefen, nicht mehr los?
Da ist was dran. Wer mit den Medien ins Bett geht, muss sich auf alles einstellen - auch darauf, dass sie einem sehr wehtun können. Die Maddie-Story hatte sich irgendwann verselbständigt. Wir mussten nur eine Pressekonferenz geben, einen Kommentar oder ein Bild veröffentlichen, und schon wurde das über Tage in den Medien behandelt. Die Story hatte eine solche Eigendynamik, dass ich sie nicht wirklich steuern konnte. Es war mir möglich, sie hier etwas zu kanalisieren, da zurückzudrängen oder auch voranzutreiben, aber aufhalten konnte ich sie nie. Die Medien wollten diese Story.

Und Sie haben sie nach Kräften am Laufen gehalten. Sie haben mit den McCanns sogar eine Tour durch europäische Metropolen unternommen, im Privatjet, von Sponsoren finanziert.
Moment, das war keine Rock-'n'-Roll-Tour! Wir haben einfach darüber nachgedacht, wohin Maddie gebracht worden sein könnte. Die meisten Algarve-Touristen kommen aus Großbritannien. Deutschland und den Niederlanden. Also haben wir beschlossen, eine Reise nach Berlin und Amsterdam zu organisieren, um auf Maddie aufmerksam zu machen. Der Höhepunkt war ein Besuch beim Papst. Der Vatikan ist doch auf uns zugekommen. Der britische Klerus rief an und ließ ausrichten: Der Papst verfolge die Geschichte im Fernsehen. er sehe ein katholisches Paar in Not und biete eine Audienz an. Ich dachte: fantastisch, spirituelle Unterstützung für die McCanns. Doch Kate und Gerry lehnten zunächst ab, sie wollten sich nicht wichtigmachen. Also sagte ich: Überlegt es euch, ich kann das möglich machen. Da sagten sie zu.

Trotz all der PR brachte die Suche bisher nicht den entscheidenden Hinweis. Wie viele wertlose Tipps haben Sie bekommen?
Etwa 4000 Hellseher und selbst ernannte Medien haben uns genaue Hinweise auf den angeblichen Aufenthaltsort von Madeleine gegeben. Wir sind allen nachgegangen, und alle waren falsch. Wir hatten einige bösartige Informanten, ein paar Erpressungsversuche, sogar einige Morddrohungen. Bei einer Angelegenheit dieser Größenordnung bringt sich jede Form menschlicher Existenz ein, ob gut- oder böswillig. Trotzdem wird jeder ernst zu nehmenden Information nachgegangen, entweder kümmert sich die Polizei darum oder unsere Privatermittler.

Können Sie uns konkreter sagen, welche Art von Informationen Sie bekommen?
Mir wird beispielsweise gesagt, dass Madeleine auf bestimmten Flügen gebucht sei, inklusive genauer Sitzplatzangaben. Sie soll in Chile und Moskau gesehen worden sein, in Sydney und auf Malta. Andere geben mir Autonummernschilder an, nennen Adressen in aller Welt. Aber meistens höre ich irgendwelche abwegigen Geschichten, etwa dass Maddie in einem Schiff auf den Wolken spazieren fährt.

Ist es nicht frustrierend, ständig Märchen aufgetischt zu bekommen?

Das ist es. Frustrierend war auch die Arbeit der portugiesischen Polizei, die ihre Ermittlungen eingestellt hat. Trotzdem ist die Suche noch lange nicht vorbei. Die Gönner der McCanns finanzieren weitere Privatermittlungen. Wir sind international vernetzt. Jüngst wurde ein Mädchen in Chile gesichtet, das Madeleine hätte sein können - ein Ermittlungsteam war drei Stunden später vor Ort. Über Interpol hätte das drei Wochen gedauert. Außerdem sind diese vermeintlichen Hellseher (siehe oben 4000:0) manchmal durchaus ernst zu nehmen. In der Vergangenheit haben sich Entführer schon als "Medien" ausgegeben, um Hinweise auf den Fundort vermisster Personen zu geben, ohne selbst gefasst zu werden.

Wie denkt die Polizei über Ihre Privatermittlungen?

Sie ist nicht besonders glücklich über unsere Arbeit. Doch wir leiten selbstverständlich alles Relevante an sie weiter. Hätten die Polizisten ihren Job von Anfang an gut gemacht, wären sie unvoreingenommen an die Sache herangegangen, hätten wir noch viel lieber mit ihnen zusammengearbeitet.

War Ihnen von Anfang an klar, dass das Verschwinden dieses kleinen Mädchens zum Medienereignis des Jahres werden würde?


Schon als ich das erste Mal von Madeleines Verschwinden hörte, dachte ich: Das wird eine große Sache! Ein fotogenes kleines Mädchen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Dazu das gesamte Umfeld: eine glückliche, gut verdienende Ärztefamilie mit süßen Kindern im wohlverdienten Urlaub - und dann dieser Schicksalsschlag.
Gerry McCanns Schwester stellte nüchtern fest, dass die Presse kaum so gut an der Geschichte verdient hätte, wäre Madeleines Mutter Kate "fett und pickelig".
Auch ich glaube nicht, dass sich die Medien derart auf eine arme, benachteiligte Familie gestürzt hätten, der etwas Ähnliches passiert wäre. Der soziale Status der McCanns war aber nicht der einzige Faktor, der das ungeheure Interesse an dieser Geschichte erklärt. Es ging auch um elterliche Verantwortung im Allgemeinen, um die Kompetenz der Polizei, um die Zusammenarbeit beziehungsweise Nichtzusammenarbeit zwischen portugiesischen und britischen Behörden. Dazu kamen fast täglich neue Gerüchte. So wurde der Fall Madeleine jenseits der eigentlichen Suche schnell zu einer Art Seifenoper.

Wie viel Fiktion steckt im Fall Maddie? Bücher und Filme sollen bereits in Arbeit sein.
Der Fall gleicht tatsächlich einem Unterhaltungsroman - alle dazu nötigen Elemente sind vorhanden. Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte zurück in die Realität zu holen. Denn ihr Kern ist sehr real: Ein kleines Mädchen ist verschwunden - weil Madeleine eine Ikone geworden ist, neigen die Leute dazu, das zu vergessen. Und es gibt keinen Beweis, dass das Kind verletzt oder sogar getötet wurde. Kate und Gerry sind nicht naiv. Sie wissen, dass sie tot sein könnte. Sie haben seit Madeleines Verschwinden mehr über Pädophilie und Kindesentführung erfahren, als sie jemals wollten. Und doch hoffen sie noch, dass ihre Tochter irgendwo festgehalten, aber umsorgt wird.

Für Sie war der Fall der Auslöser, den Beruf zu wechseln und sich auf PR zu verlegen. Zuvor hatten Sie viele Jahre als Journalist gearbeitet. Trotz Ihrer relativen Unerfahrenheit wurden Sie vom Boulevard bereits als "PR-Guru" bezeichnet. Ist das nicht lächerlich? 

Ich habe 25 Jahre als Journalist gearbeitet, war zwölf Jahre bei der BBC. Dann warb mich die Regierung Blair an: Als Leiter der Media Monitoring Unit war ich dafür verantwortlich, die mediale Berichterstattung zu analysieren, Politiker über aktuelle Geschehnisse zu informieren und Abgeordnete zu informieren und Abgeordnete zu beraten. Leider eine ziemlich bürokratische Tätigkeit. Darum hatte ich meinen Vorgesetzten gefragt, ob ich wieder etwas mehr journalistisch arbeiten könne. Ich dachte an Anlässe wie ein Bombenattentat oder den Ausbruch einer Seuche. Dass ich es mit einem entführten Mädchen zu tun bekommen würde, hätte ich nicht gedacht.

Ist es normal, dass ein Staat für Bürger in Not PR-Personal abstellt?
Als Madeleine verschwunden war, schickte mich die Regierung nach Portugal, um die Polizeisprecher vor Ort zu unterstützen. In Großbritannien ist das kein ungewöhnlicher Vorgang: die britische Botschaft in Portugal war mit dem überwältigenden Medieninteresse überfordert. Ich verbrachte mehrere Wochen mit den McCanns und wurde dann auf meinen Posten zurückgerufen. Aber wir haben privat Kontakt gehalten. Und als ein wohltätiger Geschäftsmann sich dann bereit erklärte, mir ein angemessenes Gehalt zu bezahlen, kündigte ich meinen Job in London - und kümmere mich seitdem hauptberuflich um die McCanns. So bin ich quasi in die PR-Branche hineingerutscht.

Zuerst waren Sie Journalist, dann Beamter und sind nun PR- Mann. Puristen würden sagen, dass Sie sich immer weiter vom journalistischen Ideal verabschiedet haben.
Ich kann nicht behaupten, dass ein PR-Job mein großer Traum war. Ich hatte mich bei der BBC gemütlich eingerichtet, aber ich wollte mehr. Ich wollte eine Spitzenposition und kam nicht so recht voran. Also habe ich mir irgendwann gesagt: Wollen wir doch mal sehen, was sonst noch so möglich ist. Als ich dann für die McCanns arbeitete, merkte ich, wie sehr Menschen, die plötzlich im Mittelpunkt medialer Aufmerksamkeit stehen, Unterstützung brauchen. Diese ständige Belagerung hält kein Mensch aus - und doch muss man damit umgehen. Mir wurde klar: In dieser Branche steckt Potenzial.

Soll das heißen, auch Privatleute brauchen heute PR-Berater?
Wer weiß, vielleicht habe ich tatsächlich ein neues Geschäftsmodell entwickelt. Aber letztlich müssen die Menschen in so einer Situation selbst entscheiden, ob sie sich professionelle Unterstützung holen. Generell gilt: Die Äußerung eines Betroffenen ist immer besser als die eines Pressesprechers. Es heißt. PR-Profis wie ich könnten die Dinge bei Bedarf wenden und verdrehen. Manchmal trifft das sicher zu. Etwa wenn ich Lügen aus der Welt schaffen möchte. Manchmal bin ich aber einfach ein Vermittler. Wenn Sie ein Kind verloren haben, sind Sie mit einer Horde Reporter vor Ihrer Haustür überfordert. Zumal das Interesse der Medien mittlerweile über lange Zeit anhalten kann. Je bedeutender die Medien für unser Leben werden, desto gieriger werden sie auch. Deshalb kann professioneller Beistand nützlich sein. Nur ist er nicht ganz billig.

Nicht viele Familien in vergleichbaren Umständen haben reiche Gönner wie die McCanns. Der PR-Mann in der Not ist doch absoluter Luxus.
Ich behaupte nicht, dass der Fall Maddie als Blaupause für andere Fälle taugt. Er ist wahrlich einzigartig. Trotzdem berate ich derzeit drei andere Familien in ähnlich tragischen Situationen. Die haben von mir gehört und sich in ihrer Verzweiflung an mich gewendet. Über mangelnde Nachfrage kann ich mich also nicht beschweren.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
More Clarence than we can digest...





Mr. Mitchell, in November 2007, the German satirical magazine Titanic printed a fake ad under the headline: "Find Maddie - In your supermarket is a hidden Maddie". The now world-famous face of missing Madeleine McCann was there to be seen on biscuits and chocolate wraps and a household cleaner, “wiping all traces". You described the article on behalf of the McCann family "as" sick "and" disrespectful. What do you think was so scandalous about it?

Clarence Mitchell: This clearly exceeded the limits of what is acceptable in journalism and satirical articles. This fake ad was not funny, it hurt Kate and Gerry McCann's feelings. Therefore we demanded an apology from those responsible, and threatening further legal action. 
The Titanic editor was pleased with the threat: In this way, the paper remained in the conversation and got free advertising.

It then did not come to legal action. The important thing was that we had made our position very clear. If a child is missing, the parents are desperate - the last thing they need in this situation, are journalists who think they are funny. The British media have also, incidentally, clearly distanced themself from the Titanic article, with the tenor, that it had been a German attempt at humour that had gone awfully wrong.


No wonder that the British press was not amused - the satire was aimed at them. Newspapers and magazines had earned brilliantly with the coverage of the missing child. Up to 70,000 additional copies were sold per title when there were news to the case. Maddie was made by the media into what the Titanic dramatically demonstrated with the display: a means of promotion.

I can understand why the Titanic people have brought the story: They wanted to show that we have sold Madeleine's face in the style of a brand label. But in this day and age you have to act that way if you want to stay in the media spotlight. Nevertheless, I do not like to talk about a little girl like Madeleine as a 'brand'. 


But this is how the little girl is presented by you. Even a mail order business with T-shirts and wristbands is being operated from the so-called Find Madeleine website.

In a way, you may be right - there are actually parallels to marketing. Kate and Gerry decided very early on to spread the image and the name of her missing daughter. And after all in the modern media aera different stories compete for attention. Therefore, we have to approach the matter professionally. People may say it's cynical - I consider it almost a necessity.
Madeleine's father Gerry said after the disappearance of the child, that a "marketing campaign" was necessary to find her. His biggest concern was that the media would lose interest after a few days in history. It sounds, Sir, quite callous.

It is Gerry's nature, to look at things sober and focused. And also I was forced to think like this. We had no choice but to organize the search in a rational manner and almost commercially. 
Already during the night of Madeleine's disappearance numerous photos of the girl arrived at the British media .

That's right, but not by the parents - Kate and Gerry were too busy looking for Madeleine. The photos were supplied by friends and relatives in England. The Internet has played a decisive role in their global distribution: Before Kate and Gerry had finished the first night of the search, their daughter had become an icon. 
How can a three year old become an icon overnight ?

In this media world, there is constant demand and immense competition: For many editors, it is essential to get a message onto the market as soon as possible to outdo competitors. This leads to sloppy research, a reduction of journalistic quality and more often to ensure that a once published message has to be revised only a short time later. The online media have exacerbated this competition even further: Suddenly the BBC news broadcasts compete with their own Internet site to see who brings the news first. This creates such an insane pressure within the media system that affects not least those reported about. Especially if they, like the McCann family, are quite suddenly in the focus of the media. 
What effect had this pressure on you, the press spokesman for the family?

At the height of public interest the story for me was very stressful. In front of the apartment of the McCanns were waiting up to 300 media people, including 40 television teams. Fast responses were constantly asked for, and sometimes I would have liked to have put this or that in other words. There were days in Portugal, when I got 200 calls from journalists from around the world, which was really tiring. My wife was at times not happy with my job. Even when I was at home, I was not really present. The phone was ringing permanently, I always sat at the computer. 
You were under the most pressure when the McCanns in September 2007 brought you back as their private spokesperson on their own account after your job as a PR man employed by the British government had ended. Madeleine's parents had just been officially declared suspects and come into the focus of the investigation. How did it happen?

Constantly rumors were given to the public by police sources - even though the Portuguese law prohibits police information to get out. Partly they were untenable assumptions. For example, DNA traces were found in the parent's rental car and they claimed that the parents had taken away the body of the dead child with the help of the car. In truth, weeks after Madeleine's disappearance the McCanns had transported garments of her missing daughter in the car. DNA is easily transferable - the smallest amount of sweat or skin particles is enough. Judging from these traces that a body was transported, is erroneous. Additionally, the car was parked in front of the apartment 24 hours a day and was filmed by television cameras. 
For the media the rumors from police circles were exactly what they were waiting for: The Maddie story got a new twist.

So it was. At that time there was a terrible smear campaign against Kate and Gerry n the Portuguese press. Those responsible used each new rumor to produce Maddie title pages. Every day a new scandal! The McCanns were imputed to have hosted sex parties with other couples, Gerry was accused of not being Madeleine's biological father. Such malicious false allegations had to be stopped. That's why I regularly assembled journalists away from the official press conferences and presented them our version of the story. It was not to paint Madeleine's parents in a favorable light, but only to guarantee a fair and balanced reporting. 
But moral suasion alone was apparently not sufficient, because a defamation lawsuit against the major British Express Group that had been strained in the name of the McCanns in March 2008, proved successful in court.

That action was needed to solve our biggest problem: Different rags copied unaudited false reports of each other, giving the the appearance of truth. If on Monday there had been a smear campaign in a Portuguese newspaper it was reproduced on Tuesday by British papers. And then on Wednesday it Portugal reported: The renowned Daily Express has confirmed our story, so there must be some truth to it. It was a cycle of nonsense, and the papers of the Express Group had propelled it most fervently. That cost the publisher 550 000 pounds in damages. After our lawsuit the Express newspapers were forced to apologize on the front page to Kate and Gerry. With this verdict, we were able to put the British press firmly in their place.
Lawsuits are the only means to get to the boulevard under control?

You should only control what is out of control. In a democracy it is allowed to each man to express freely his opinion - within the legal limits. That's why I do not believe in trying to control journalists. Many PR people see things differently and respond to reporter's questions with a gruff: "No comment.'' In today's world this response is a big mistake - it does not help anyone and is extremely bad for the reputation! In contrast, I have always tried to be as open and honest as possible to the press. This is how you reach much more "control" than with any defensiveness in my opinion. Legal action must therefore remain a last resort.
You had to resort to this last measure. Did you lose control over the story?

That was the case in some phases. The media were crazy about the story, and it had developed an incredible momentum. 
So you could not get rid of the spirits that you had called anymore?

There is something to it. Who goes to bed with the media, has to adjust to everything - even the fact that they can hurt you a lot. The Maddie story had eventually become independent. We just had to give a press conference, a comment or post a picture, and it would be discussed for days in the media. The story had such momentum that I could not really control it. It was possible for me to channel it a bit here, and promote or restrain there, but I could never stop it. The media wanted this story. 
And you have deliberately kept it going. You even made a tour through European capitals with the McCanns in a private jet, financed by sponsors.

Just a minute, this was not a rock-'n'-roll tour! We had just been thinking about where Maddie could have been brought. Most of the Algarve tourists come from Great Britain, Germany and the Netherlands. So we decided to organize a trip to Berlin and Amsterdam, to draw attention to Maddie. The highlight was a visit to the Pope. It had been the Vatican who approached us. The British clergy called and sent a message: The Pope followed the story on television. He saw a catholic couple in need and offered an audience. I thought, fantastic, spiritual support for the McCanns. But Kate and Gerry refused at first, they did not want to make themselves important. So I said: Think it over, I can make it happen. Then they said yes. 
Despite all the PR, the search has so far not produced the decisive clue. How many worthless tips did you get?

Approximately 4,000 self-proclaimed clairvoyants and mediums have provided detailed comments on the alleged whereabouts of Madeleine.We have investigated all of them, and they were all wrong. We had some malicious informants, a few attempts at extortion, and even some death threats. With a matter of this size it brings any form of human existence along, whether benign or malevolent. Nevertheless, each serious information is followed up, either by the police or our private investigators. 
Can you tell us concretely what kind of information do you get?

I, for example, was told that Madeleine was booked on specific flights, including exact seat details. She was supposed to be in Chile and Moscow, was seen in Sydney and in Malta. Others gave me car number plates or locations around the world. But mostly I hear any perverse stories about Maddie traveling in a ship on the clouds.

Is not it frustrating to constantly get served these tales?
Yes it is. Frustrating was also the work of the Portuguese police, which has closed its investigation. Nevertheless, the search is not over yet. The patrons of the McCanns fund further private investigations. We are an international network. Recently, a girl was seen in Chile, which could have been Madeleine - an investigation team was on site three hours later. Via Interpol it would have taken three weeks. Moreover, these supposed clairvoyant sometimes have to be taken quite seriously. In the past, kidnappers have called as a "medium" to provide information on the whereabouts of missing persons, so as not to be caught.
What does the police think about your private investigation?
They are not very happy about our work. But of course we take all relevant material to them. Had the police done their job well from the start, had they approached the matter impartially, we would have worked even better with them.
Were you aware from the beginning that the disappearance of this little girl would be a media event of the year?
Even when I first heard of Madeleine's disappearance, I thought: This will be a big thing! A photogenic little girl disappears under mysterious circumstances. Add the entire circumstances: a happy, well-paid family of doctors with cute kids on a well-deserved holiday - and then this stroke of fate.
Gerry McCann's sister noted soberly that the press would have make so much money out of the story had Madeleine's mother Kate been "fat and pimply."
I also do not think that the media had fallen like this if something similar had happedned to a poor, underprivileged family. The social status of the McCanns was not the only factor that explains the enormous interest in this story. It was also about parental responsibility in general, the competence of the police and the cooperation or non-cooperation between Portuguese and British authorities. Adding the almost daily rumors. Thus, beyond the actual search, the Madeleine case quickly turned into a kind of soap opera.
How much fiction is in the case of Maddie? Books and films should already be in progress.
The case actually resembles a popular novel - all the necessary elements are present. Our mission is to bring the story back to reality. Because its core is very real: A little girl is gone - because Madeleine has become an icon, people tend to forget that. And there is no evidence that the child was injured or even killed. Kate and Gerry are not naive. They know that she could be dead. They have learned more about pedophilia and child abduction than they ever wanted since Madeleine's disappearance. And yet they still hope that their daughter is kept somewhere, but will be cared for.
This case was the trigger for you to switch careers and to move to PR. You had previously worked many years as a journalist. Despite your relative inexperience, you were already called a "PR guru" by the Boulevard.
Isn't that ridiculous? I've worked 25 years as a journalist, was twelve years at the BBC. Then I enlisted the Blair government: As head of the Media Monitoring Unit I was responsible for analyzing the media coverage, informed politicians about current events and advised MPs. So I asked my boss if I could work again a little more journalisticly. I was thinking of events such as a bomb attack or an outbreak of plague. That I would have to deal with a kidnapped girl, I would not have thought. 
Is it normal that a country provides PR staff to citizens in need?

When Madeleine disappeared, the government sent me to Portugal to assist the police spokesmen on the spot. In the UK the process is not unusual: the British Embassy in Portugal was overstrained with the overwhelming media attention. I spent several weeks with the McCanns and was then called back to my post. But we kept private contact. And as a benevolent businessman then agreed to pay me a decent salary I quit my job in London - and since then took full time care of the McCanns. That is how I slipped into the PR industry.
First you were a journalist, then a civil servant and are now an official PR man. Purists would say that you have strayed further and further from the journalistic ideal.

I can not say that a PR job was my big dream. I had established myself comfortably at the BBC, but I wanted more. I wanted a top position and did not really progress. So I eventually said: So let's see what else is thus possible. When I worked for the McCanns, I realized how much support people need who are suddenly at the focus of media attention. This constant siege no one can endure - and yet you have to deal with it. I realized that in this industry was potential. 
You mean, even private people today need a PR consultant?

Who knows, maybe I've actually developed a new business model. But ultimately people have to decide in such a situation if they should get professional help. Generally speaking, the utterance of an affected person is always better than that of a spokesperson. They say PR pros like myself could change and twist things if necessary. Sometimes this is certainly true. For example when I want to rid the world of lies. Sometimes I'm just a facilitator. If you have lost a child, you are overwhelmed by a horde of reporters at your front door. Especially since the interest of the media can stay for a long time. The more important the media are for our lives, the greedier they become. Therefore, professional assistance may be useful. Only it is not exactly cheap.
Not many families in similar circumstances have rich patrons like the McCanns. The PR man in need is still an absolute luxury.

I do not claim that the Maddie case is good as a blueprint for other cases. It is truly unique. Nevertheless, I currently advise three other families in similar tragic situations. They have heard of me and turned in desperation to me. I can not complain about a lack of demand.

Montag, 26. September 2011

Dear Clarence...


The McCanns' spokesman Clarence Mitchell had said: "There is constant activity by these ghouls. They have accused Kate and Gerry of child neglect and worse, and covering up Madeleine's death.

"The trouble is that it is very hard to stop these people. They hide away behind their computer screens, blogging away." 

...yes, it is very hard to stop us. But the reason is not that we love to hurt grieving parents in general or have no jobs, friends or family to occupy us. The reason is that you, Clarence, have done a terrible job in the past 4 years and have forced us to make sense of the utter bollocks you have dished out to the world. Of course a job like yours depends on the material you have got to work with and that is indeed more than poor. Still no reason good enough to blame us for the failure of selling the abduction to the thinking masses.

Lets put it in a nutshell where we are standing:

Evidence FOR an abduction:
The witness Jane Tanner sees the abductor while flip-flopping up a narrow street where two men are chatting none of which either sees or hears Jane passing by. She only sees his back, not his face but is pretty sure later on that he is Murat, Cooperman or any other new suspect dragged along. THE END

Evidence AGAINST an abduction:
- Shutters could not be opened from the outside
- No fingerprints on the shutters, window pane or ledge
- Plant material on the window sill was not disturbed
- No DNA evidence at all inside the apartment
- No break-in signs on the front door
- Cadaver odour detected by Britains top cadaver dog in various places two of which got corroborated by an additional CSI dog indicating the same places. Both alerts got corroborated by findings of DNA from "bodily fluid" with markers that contain Madeleine's DNA but allegedly were from more than one person.
- An impossible "window of opportunity" of maximum 3 minutes during which the shutters were allegedly opened without any noise being heard by the two people standing at the side of the apartment, let alone the flip-flopping Tanner.
- The statement of Mr. Smith who was 80% sure that the person he and his family saw carrying a "sleeping" girl towards the coast was Gerry McCann.
- The statement of Mr. Brooks who saw a couple carrying a child in the early morning hours of May 4th at the same time the couple McCann was out and about allegedly doing their very first "search"
- The changes of statements and discrepancies of the couple McCann and their friends too numerous to mention including such marvels as the door through which they left the apartment or the completely wrong description of apartment 5A given by Matt Oldfield indicating he was never inside.
- The unexplainable complete trust in the group of friends that never waivered once although some of them were merely acquaintances.
- Outright lies in the rogatories like the checks by Russell O'Brien INSIDE the apartments 5A and 5B on the Sunday while 5B was allegedly occupied by Matt Oldfield due to "sickness"
- Another outright lie regarding the positioning of a cot in the parent's bedroom during the week that was repositioned after Wednesday morning
- The refusal to answer the questions of the Portuguese Police by Kate McCann in September
- The grieving process clearly to be seen on the 4th May that got gradually less and less in complete contrast to the reactions of parents in an abduction case that starts off with a lot of hope and gets gradually worse as time passes.
- The evidently planted false sightings like the one in India where the local police were never involved
- The sourcing of private detectives that clearly never had any experience in abduction cases like Metodo3
..........

You see Clarence, it is not us, the ghouls, that are weird in our disbelief of the official theory but those that cling to the one single argument FOR an abduction. The cultists. But their numbers are small although their heads seem many. And the reason for their minority lies in your poor work. Reduced to abuse against those that just won't accept your stories and the need to plant yet another of the now ridiculous numbers of sighting I do pity you sometimes. One argument is just not enough.

Flip flop, flip flop.....

Montag, 19. September 2011

Balloons


During my weeks holiday a new Commissioner of the Metropolitain Police was appointed. Needless to say that a very early supporter of Kate and Gerry in Liverpool is not the best choice to guarantee an independent "review" of the case.

Due to work issues and a lack of trust in the British police in general I will for now take a backseat in the case and reduce my efforts to that of a well informed onlooker. Until some obvious progress is being made or Goncalo Amaral drags them to the witness stand I will leave you with my theory. Please do continue to discuss and question it. Preferably with evidence from the files.

Bye for now and may the (proper) force be with us...







Mittwoch, 7. September 2011

No Judge and no Jury

Recently my humble blog has been visited more and more frequently, mostly due to my controversal theory. There are heated discussions on various forums some well informed and constructive, on others it only serves as an example of the ludicrous writings of the mentaly disturbed nutters that don't want Madeleine found. Since I can not write on all these forums and blogs I am using this space to elaborate on my attitude towards the theory and how I arrived at it.

In a court of law you will need foolproof evidence for a conviction. The terms and conditions under which this evidence is allowed in a court of law vary greatly from country to country depending on its legislature. E.g. the required number of matching alleles in a DNA sample can vary or whether dog alerts are admitted as circumstantial evidence. Sometimes it even varies from case to case as we can just witness in the trial of little Caylee Anthony's mother.

Now I am neither Judge nor Jury. My opinion does not have to follow the rules of the courts of a certain country. An opinion can be solely based on "gut feeling" but imo should at least be based on common sense and the available facts. The more facts and research are the basis of an opinion the better. I am entitled to one and I am entitled to express it publicly as long as I make it clear that it is an opinion or a theory. Slander without basis is libel but an opinion developed on facts is just that, an opinion. And we should not forget that the opinion of the PJ is close to mine, only that the evidence was not sufficient for charges in said court of law.

Having cleared that point I would like to describe how I arrived at the main point of interest in my blog, my theory regarding the disappearance of Madeleine McCann.

My interest in the case initially was minute, an abduction in a foreign country did not capture my curiosity. Only when a German journalist addressed the parents at a press conference in Germany and expressed her suspicion I got baited. How could she accuse the grieving parents?

The first year I visited the Mirror Forum and tried to get hold of the most basic facts, a difficult task because everything was tainted either by good or bad spin. Only when the files were released was it possible to form an unbiased opinion.

After wading through the translated parts and waiting for new translations it soon became obvious that there were three distinct factors that justified the suspicion of the PJ. The dogs on the one hand, signalling at 10 different locations and items all related to the family and not once at one of the other apartments or cars. The discrepancies and changes in their statements that were so plenty and bold that they could just not be put down to translation errors or normal discrepancies. An example: If there is an initial statement that access for the check of the children was via the front door with a key and later changed to the open patio doors, then this is no mistake. One of both is an untruth.

So I started off with the statements one by one, of Kate, Gerry and the 7 friends. Especially in relation to the timeline of the evening it soon became clear that the friends had not always been telling the truth and nothing but. For example a comparison with the interior of the apartments 5A and 5D in connection with the statement of Matthew Oldfield showed the possibility that he had never been inside 5A but had used the description of 5D in his rogatory interview. One by one the accounts of the friends fell apart.

The last person I looked at was the turning point in my research. Going through the statements of Dianne Webster I could not find any discrepancies. She even contradicted important pillars of the course of events stated by the others. I came to the conclusion that she was the one person telling the truth. With this I had the fixed point in the sea of confusion with which the case could be cracked. Her most important statement was the time she gave for her last sighting of Madeleine. Whereas the others all remained amazingly vague she was pretty sure it had been the Wednesday evening. From there it was child's play. Puzzle pieces slid into place where confusion had reigned before. All the changes in routine for the Thursday suddenly made sense in so far as to avoid Dianne noticing that one person was missing. The previously as unimportant regarded statement by Jane about a tantrum on the playground and a child having hysterics in the apartment led the way.

Having explained all this, I have still not addressed the third point that to me indicates a very probable involvement of the Tapas 8 in the cover-up of the death of a little girl. And the malice and ruthlessness frightens me. The way in which an innocent man whose only fault was his helpfulness had been drawn into the sorry saga with the help of the media, overenthusiastic profiling by CEOP and at least 3 of the friends is something that makes me shudder. My analysis of the computer logs of Robert Murat shows clearly that he was at home that evening on May 3rd when almost 2 weeks later three of the friends in a concerted effort claimed he had been at the Ocean's Club although nobody else had seen him there. And I don't give any credence to the nannie and the sisters who SEVEN months later, after having been visited by the crooks from Metodo 3, suddenly remembered having seen him there as well.

For further questions and discussions please refer to the comment section. Thank you

Freitag, 26. August 2011

Der Plan

Deutsch/English

Die portugiesische Polizei zog sehr schnell die Simulation einer Entführung in Betracht und die Indizien sprechen deutlich dafür, dass der Abend des 3. Mai eine Inszenierung war. Hier meine Interpretation der Ereignisse basierend auf den Polizeiakten und den Rogatory Interviews, die ich in meiner Theorie schon grob angerissen habe:

Es wird oft als Argument gegen eine Inszenierung angeführt, dass man sicher mit einem überzeugenderen Ablauf als den sich darstellenden hätte aufwarten können, hätte man das Ganze geplant. Wenn man aber genauer hinsieht, wird klar, dass es sehr wohl einen ursprünglichen Plan gab, der relativ überzeugend hätte sein können, wäre nicht alles schief gelaufen, was schieflaufen konnte an diesem Abend. Der Schlüssel, mit dem sich der Ablauf des Abendessens erklären lässt, ist die, sonst nie praktizierte, physische Überprüfung der Kinder der McCanns durch Matthew Oldfield um 21:30. Indiz für einen geänderten Plan gibt Gerry McCann selbst in seinem Interview am 10. Mai 2007:

„“The deponent had had the wrong idea that MATHEW had seen the bedroom shutters closed when he was there at 21H30, and therefore he thought the disappearance would have taken place between 21h30 and 22h00, but presently he is fully convinced that the abduction took place during the period of time between his check at 21h05 and MATHEW's visit at 21H30.

Die Überprüfung der Kinder durch Matt teilt den Zeitraum des Abendessens in zwei Teile, die Zeit zwischen 21:00-21:30 und 21:30-21:45 als die „Entführung“ m.M.n. ursprünglich entdeckt werden sollte. Die oben zitierte Aussage, deuted darauf hin, dass der ursprüngliche Plan eine Bestätigung durch Matt enthielt, dass um 21:30 Maddie noch im verschlossenen Zimmer war und die Entführung erst zwischen 21:30 und 21:45 stattgefunden hatte. Ein weiteres Indiz ist die ursprüngliche und dann geänderte Aussage von Gerry dass sie das Apartment immer über die Vordertür betreten hatten.

„“He is sure that they always entered through the front door, not knowing if they locked it upon leaving. „“


Warum wurde die ursprüngliche Version der geschlossenen Verandatüren abgeändert? Der einzige Grund dafür kann nur der gewesen sein, dass man Matt eine Möglichkeit des Zugangs IN das Apartment gewähren musste. Warum? Weil der ursprüngliche Plan, der eine Überprüfung der Kinder an der Aussenseite der Fenster vorsah, nicht mehr möglich war, da sich der Entführungszeitpunkt vom zweiten Teil des Abendessens auf den ersten geändert hatte und Matt bei einer Überprüfung am Fenster sofort die offenen Jalousien bemerkt hätte.

Man hätte zwar Matt's Überprüfung komplett streichen können, wie es in einem der beiden handgeschriebenen Ablaufplänen in Madeleine's Stickerbuch auch getestet wurde, aber es würde dann eine entscheidende Überprüfung komplett fehlen und Tür und Tor für eine Anklage wegen Vernachlässigung öffnen. Man sollte nicht vergessen, dass die Freunde immer einen Überwachungszeitraum von 15 Minuten und die McCanns einen Zeitraum von 30 Minuten angaben.

Auf o.g. Überlegungen basierend ergibt sich daher der folgende ursprüngliche Plan:

Alle Freunde waren um 21:00 am Tisch im Restaurant versammelt. Um 21:15 hätte Jane an den Fenstern gelauscht und um 21:30 hätte Matthew einen Check der Kinder am Fenster gemacht und bestätigt, dass zu diesem Zeitpunkt die Jalousien noch intakt gewesen wären. Dies hätte den Entführungszeitraum auf die viertel Stunde nach 21:30 reduziert. Während dieser Zeit wären alle Mitglieder der Gruppe am Tisch gewesen, was die Kellner und Dianne Webster hätten bestätigen können. Ein ausreichendes Alibi für die gesamte Gruppe für die viertel Stunde der Entführung wäre sicher gewesen. Keine Lügen wären notwendig gewesen nur die Vortäuschung von Unwissenheit.

Warum aber die Planänderung? Warum wurde der Entführungszeitraum auf die Zeit VOR Matthews Check verlegt? Weil nur dann ein unabhängiger Zeuge vorhanden war, der Gerry gesehen hatte und den man benutzen konnte um ein Alibi für den Zeitpunkt der Entführung zu konstruieren. Durch Jane Tanner's Sichtung des Entführers zum gleichen Zeitpunkt an dem Gerry und Jeremy Wilkins ein Schwätzchen hielten. Was aber hatte dieses zweite Alibi notwendig gemacht? Warum reichte der ursprüngliche Plan nicht mehr aus? Ursache kann nur die Begegnung mit 9 Zeugen der Familie Smith gewesen sein.

Als Zusammenfassung soll diese logische Kette dienen:

Begegnung mit der Familie Smith
-> Notwendigkeit eines unabhängigen Alibis für den Zeitpunkt der Entführung
-> einziger unabhängiger Zeuge ist Jeremy Wilkins um 21:15
-> Jane's Sichtung des Entführers zum gleichen Zeitpunkt
-> Notwendigkeit die für 21:30-21:45 geplante Entführung vorzuverlegen
-> Matt darf nicht mehr am Fenster lauschen sondern muss INS Apartment gehen sonst hätte er das offene Fenster bemerken müssen
-> Verandatüren müssen nun offen sein sonst wäre er nicht hinein gekommen.

Ausserdem muss die Entdeckung der Entführung um eine viertel Stunde auf 22:00 Uhr verschoben werden um exakt mit der Smith Begegnung zu kollidieren und Matthew muss ein klitzekleines bisschen mehr Licht sehen. Genug um eine bereits erfolgte Entführung zu "beweisen" aber nicht genug um einen Alarm auszulösen.

Dieser ursprüngliche Plan und seine notwendig gewordene Änderung erklärt eine Reihe von Merkwürdigkeiten und Änderungen in den Aussagen und Abläufen bzgl. des Abends:

- die nachträgliche Öffnung der Verandatüren
- die physische Überprüfung durch Matt, die lt. Dianne Webster sonst nie gemacht wurde
- die völlig falsche Beschreibung des Apartments 5A durch Matthew Oldfield
- die nie als glaubhaft eingestufte Schilderung von Jane Tanner's Entführer
- die skizzierten Zeitschienen einmal mit und einmal ohne Matt's Check
- die Tatsache dass die Begegnung der Familie Smith mit dem möglichen Entführer nie ausgeschlachtet wurde
- der tatsächliche Zeitpunkt des ersten Alarms um 21:45/50 am Tisch im Restaurant passt viel besser in alle Zeitschienen des Abends

-----------------------------------------------------------------------------

Pretty soon the Portuguese police were contemplating the simulation of an abduction and the indications are clear and plenty that the evening of May 3rd was indeed a staged event. Here follows my interpretation of the events based on the police files and the rogatory interviews, already shortly mentioned in my theory:

There is often the argument against a staging that they could have come up with a more convincing course of events than the one given, had the whole thing been planned in advance. But if you look closer it becomes obvious that there had been an original plan that could have been relatively convincing, if it had not been thwarted by a streak of bad luck that evening. The key to unfold the events of the evening and the original plan is the fact that Matthew Oldfield checked physically on the children of the McCanns at 21:30, something never done before. Gerry himself gives a hint in his statement from May 10th:


„“The deponent had had the wrong idea that MATHEW had seen the bedroom shutters closed when he was there at 21H30, and therefore he thought the disappearance would have taken place between 21h30 and 22h00, but presently he is fully convinced that the abduction took place during the period of time between his check at 21h05 and MATHEW's visit at 21H30.

The checking of the children by Matt divides the timeframe of the dinner in two parts, the time between 21:00-21:30 and 21:30-21:45 when the "abduction" imo was supposed to be detected. The above quoted statement indicates that the original plan contained a confirmation by Matt that Maddie had still been in her room and that the abduction took place between 21:30-21:45. A further indication is the original (and later changed) statement by Gerry that they had always used the front door of the apartment.

„“He is sure that they always entered through the front door, not knowing if they locked it upon leaving. „“

Why was the original version of the closed patio doors changed? The only reason for this was that they had to give Matt a means of entry INTO the apartment. Why? Because the original plan, that saw him checking the children as usual at the windows, was not possible anymore because the time of the abduction had to be changed from the second part of the dinner to the first part and because Matt would have then immediately noticed the open shutters while listening at the window.

They could have omitted Matt's check completely, as tested in one of the versions of the written down timelines in the sticker book, but an important check would then be missing and the threat of neglect charges would be bigger. One should keep in mind that the friends always insisted on 15 minute intervals for their checks while the McCanns were content with 30 minute intervals.

Based on above deliberations the following original plan evolves:

All friends were assembled at the restaurant table at 21:00. At 21:15 Jane would have listened at the windows and at 21:30 Matthew would have done the same listening check at the windows later to confirm that the shutters had still been intact at that time. This would have narrowed down the timeframe for the abduction to 21:30-21:45. During this time all members of the group would have been at the table confirmed by the waiters and Dianne Webster. A sufficient alibi for the whole group for that timeframe. No lies necessary, just feigning ignorance.

But why the change of plan? Why was the time of the abduction brought forward to the time BEFORE Matthew's check? Because only then an independent witness was present who had seen Gerry and who could be used to construct an alibi for the time of the abduction. With the help of a simultaneous sighting by Jane of Gerry, Wilkins and the abductor. But what had made the second alibi necessary? Why did the first plan not suffice? The reason can only have been the meeting with 9 members of the Smith family.

This logic chain shall serve as a summary:

The encounter with the Smith family
-> necessity of an independent alibi for the time of the abduction
-> the only independent witness is Jeremy Wilkins at 21:15
-> Jane's sighting of the abductor at the same time
-> necessity to bring forward the abduction that was originally planned for 21:30-21:45
-> Matt can not be allowed to listen at the window but has to check INSIDE the apartment because otherwise he would have noticed the open window
-> the patiodoors have to be open now to facilitate his entry

Apart from this the discovery of the abduction had to be moved by a quater of an hour to 22:00 to exactly coincide with the Smith sighting and Matthew has to see a tiny bit of light during his check. Enough to "prove" that the abduction had already happened but not enough to get suspicious and raise the alarm.

This original plan and it's necessary changes explain a lot of the oddities and changes in the statements and the timeline regarding the evening:

- the belated opening of the patio doors
- the physical check by Matt which was contrary to all previous checks as Dianne Webster confirmed
- the completely wrong description of apartment 5A by Matthew Oldfield
- the never convincing description of the eggman encounter by Jane Tanner
- the two timelines one with and one without Matt's check
- the fact that the Smith Sighting of the possible abductor was never used like all other sightings were
- the time of the first alarm by Kate at the table of the restaurant at 21:45/50 fits much better in all timelines of the evening.

Montag, 15. August 2011

Cinderella

Dreams can come true!

Even for a girl of humble backgrounds.

If the right people take care of you...

She is now a live-in nanny looking after three children. Her location is being withheld on the request of the McCanns.

Mais Papa Maman,
Paris tout va bien,
Papa Maman,
Paris me convient
Tout va bien par ici

The little town blues, is melting away...
If I can make it there, I can make it anywhere..

Qua in Sardegna regna il buonumore,
anche quando è il caso di nascondere il dolore.

It's up to you, New York..New York New York!!!

......

Fairy tales can happen, especially if you believe in them (and tell them to the world)